Hochschularbeit

Antonia Diewald: Bitte berühren! Strategien zur Erhaltung der Interaktivität und Materialität der Installation „Globos“ (2003) von Rivane Neuenschwander Zurück
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Zusammenfassung: Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Installation Globos (2003) der brasilianischen Künstlerin Rivane Neuenschwander, die sich im Besitz der Sammlung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21) befindet. Das Werk besteht aus 240 handelsüblichen Bällen, die von der Künstlerin unterschiedlich farbig gefasst wurden und verschiedene Länderflaggen darstellen.
Globos wurde als interaktive Installation konzipiert, bei der Besucherinnen und Besucher die Bälle berühren und neu arrangieren können. Dadurch entstehen wechselnde räumliche und symbolische Konstellationen, die die Dynamik und Fragilität geopolitischer Grenzen thematisieren. Im Laufe der Zeit kam es durch fortlaufende Interaktionen und alterungsbedingten Materialveränderungen, insbesondere bei den Bällen aus Weich-PVC, zu Schäden und Veränderungen.
Die Arbeit beinhaltet eine Untersuchung und Dokumentation des aktuellen Erhaltungszustands der Installation. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden spezifische Erhaltungsstrategien entwickelt. Dazu zählten unter anderem Beschichtungsversuche mit einer organisch-anorganischen Hybridbeschichtung, die mit dem Ziel getestet wurde, die Migration der Weichmacher aus den Weich-PVC-Bällen zu reduzieren.
Exemplarisch wurden konservatorische Maßnahmen an den Weich-PVC-Bällen durchgeführt, darunter der Ersatz und Austausch von fehlenden, sowie versprödeten Originalventilen zur Wiederherstellung der Ballformen, eine Oberflächenreinigung und die Konsolidierung der Malschicht.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit ist die Entwicklung eines praxisorientierten Konzepts für den Umgang mit Bällen, die nicht mehr ausstellbar sind. Grundlage hierfür bildeten Gespräche mit dem Studio Neuenschwander sowie der Sammlung TBA21, ergänzt durch die Erkenntnisse aus der durchgeführten Befundung und den materialanalytischen Untersuchungen, um die Produktion von Neuanfertigungen zu ermöglichen.
Die Arbeit zeigt, dass die Erhaltung und Reaktivierung einer komplexen und interaktiven Installation wie Globos nicht durch eine einzelne Maßnahme erreicht werden kann, sondern vielmehr durch das Zusammenspiel verschiedener Strategien mit dem Ziel, sowohl die Materialität als auch die künstlerische Intention zu bewahren.

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Schlagworte: Interaktive Installation, Rivane Neuenschwander, Weich-PVC, Polyurethanfarben, Weichmachermigration, organisch-anorganische Hybridbeschichtung, Neuanfertigung, Künstlerinneninterview
weitere Angaben:
  • Hochschule: Akademie der bildenden Künste Wien
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer/in:  Univ.-Prof. Dr. Carolin Bohlmann
  • Zweitprüfer/in:  Julia Sawitzki M.A.
  • Abgabedatum:  2025
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  249
  • Abbildungen:  256
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